Klimanotstand in Nottuln?

Greta Thunberg, FridaysForFuture, Klimabündnis, XtinctionRebellion; die Aktionen werden mehr, die Aktivisten vielfältiger.

Konstanz, Kiel, Münster; die Städte werden mehr, die Rufe nach Klimaschutz und Umsetzung der Pariser Klimaziele auch vor Ort werden lauter.

Dringen diese Entwicklungen nach Nottuln? – Bisher nicht.

Sicher hat Nottuln und haben Nottulner Akteure die Notwendigkeit des Klimaschutzes schon früh erkannt. EuropeanEnergyAward und dessen zugehörige Projekte, die Lokale Agenda 21 mit vielfältigen Aktionen und auch Anträge vor allem der Grünen haben schon vor 10 Jahren und früher richtige Akzente gesetzt.

Richtig ist aber auch, daß diese Bemühungen bis heute immer wieder durch gegenläufige Entscheidungen zu Nichte gemacht wurden:
Immer neue Neubaugebiete mit immer mehr Versiegelung der Landschaft, immer mehr Pendlerverkehr mit immer mehr immer größeren Autos, immer mehr Straßenbau, immer noch zu konservative Ansätze in der Gestaltung der Zukunft vor Allem auch im Baulichen Bereich. 

So sind in den letzten 10 Jahren die CO2 Emissionen sogar noch gestiegen und eben nicht, wie eigentlich nötig gesunken.

Jetzt also wird die Zeit langsam knapp.

Nach einschlägiger Expertenmeinung sind nur noch wenige Jahre Zeit, die Gesellschaft und damit vor allem die Wirtschaft zu Dekarbonatisieren, also von fossilen Energieträgern weg zu kommen und auf regenerative Energieträger umzustellen.

Dazu gehören sicher noch andere Faktoren wie die Massentierhaltung, die Plastikproblematik und weitere Dinge die hier nicht betrachtet werden sollen.

Aber warum haben wir keine Zeit mehr?

Die Wissenschaftler sagen, dass in 12 Jahren ein Punkt erreicht sein wird, an dem sich die weitere Erwärmung der Erde nicht mehr wird aufhalten lassen. Egal was wir dann auch immer tun. Welche Folgen uns dann erwarten kann ein jeder selbst in unzähligen Dokus und wissenschaftlichen Berichten nachlesen oder nachsehen. Das sind Übrigens die gleichen Wissenschaftler, die mit genau der gleichen Wissenschaft z.B. das Internet oder das Smartphone möglich gemacht haben. Ich als Ingenieur habe keine Veranlassung an den Aussagen der Wissenschaft, weder in der einen noch in der anderen Angelegenheit zu zweifeln. Ich sehe die Dringlichkeit JETZT zu handeln und nicht länger zu warten.

Aber noch etwas kommt hinzu:
Was verursacht die Klimakrise maßgeblich? Die Verbrennung fossiler Energieträger.
Wie kommen wir an diese Energieträger? Hauptsächlich durch Import aus zunehmend unsicheren Drittstaaten. Wie kommen wir Endverbraucher an diese Energieträger? Durch große monopolistische Energieversorgungsunternehmen

Damit hat der schnelle Umstieg auf dezentrale regenerative Energieträger mindestens zwei positive Effekte: 1. Die CO2 Emissionen enden und 2. Die Wertschöpfung bei der Bereitstellung von Energie geht über in die Hand der Bürger und der Gemeinde.

Letzteres ist allein schon ein guter Grund, die Energiewende schnellstmöglich voran zu treiben.

Das dabei vieles zu beachten ist und bisher auch mancher Fehler gemacht wurde soll nicht verschwiegen werden. Und doch sind die Konzepte wie so etwas gehen kann an vielen Stellen schon erprobt. Hier nach bereits umgesetzten „Best Practice“ Beispielen zu suchen und zu handeln kann den Prozess für Nottuln beschleunigen und weniger konfrontativ machen.

Unabdingbar ist jedoch der Wille zu handeln. – JETZT!

Durch:

  • CO2-Bilanzierung aller Ratsbeschlüsse einführen.
  • Erarbeitung eines verbindlichen Plans „Energieautarkes Nottuln“.
  • Umfassende Förderung des Radverkehrs.
  • Elektromobilität und Carsharing fördern bzw. umsetzen.
  • Verzicht auf weitere Neubaugebiete.(Stattdessen Nachverdichtung fördern)
  • Förderung alternativer Wohnformen. (Genossenschaftliches Wohnen etc.)
  • Umsetzung eines Programms „Jung kauft Alt“ (Modell Hiddenhausen)
  • Keine Neubauten mit fossiler Heizung mehr zulassen.
  • Photovoltaikanlagen / Solarthermie auf ALLE Dächer.
  • Alternative Speichermethoden fördern bzw. umsetzten.
  • Von erfolgreichen Kommunen lernen und
  • Die interkommunale Zusammenarbeit in Energiefragen suchen.

Wir als Ökologische Liste Nottuln haben diesen Willen.

Radfahrer: Mitmachen (Bitte)

Am 1. Mai hat nun das Stadtradeln wieder begonnen.

Nachdem ich nun über zwei Jahre wieder kein eigenes Auto habe und überwiegend* mit dem Fahrrad fahre, bin ich natürlich auch wieder dabei.

(* bei schlechtem Wetter fahre ich auch schon mal mit dem Bus)

Die Aktion Stadtradeln, an der die Gemeinde Nottuln nun schon (oder erst) zum dritten mal teilnimmt, ist sicher eine gute Gelegenheit auf das Fahrrad als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel aufmerksam zu machen.

Einziger Kritikpunkt wäre vielleicht, dass die Aktion sehr auf den Freizeitradler abzielt und die alltäglichen Probleme des Fahrradpendlers damit aus dem Blick geraten.

Ebenso sollte sich die Förderung des Radverkehres natürlich nicht auf diese drei Wochen im Jahr beschränken sondern eine kontinuierliche Aufgabe der Gemeinde sein.

Daher werden wir in Kürze einen Antrag zur Förderung des Radverkehres auf den Weg bringen, der ein Umfassendes Programm zur Verbesserung der Situation aller Radfahrer zur Folge hat.  

auf den Weg bringen, der ein Umfassendes Programm zur Verbesserung der Situation aller Radfahrer zur Folge hat.  

Haushaltsrede vom 19.03.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Frau Block. 

Als letzter Redner möchte ich Sie nicht lange belästigen.

Vieles Richtige wurde schon gesagt (auch schon vieles Falsche) und muss tatsächlich nicht noch einmal wiederholt werden, damit es Schlussendlich dann auch von Allen gesagt wurde.

Nur so Viel:
Der aktuelle Haushalt ist also ausgeglichen! Bravo!

Wie oft haben wir (fast Alle) gefordert, die Grundsätze des Haushaltsrechtes einzuhalten und unsere Rücklagen zu schonen? Wie oft waren die mittelfristigen Prognosen gut, die Abschlüsse dann aber doch defizitär? – Leider allzu Oft.

So ist über die Jahre unsere Ausgleichsrücklage immer weiter geschrumpft.

Das in diesem Jahr also ein zumindest Vordergündig ausgeglichener Haushalt aufgestellt werden konnte ist zu Vorderst dem Eifer und der Ambitioniertheit von Frau Block und sicher ein klein wenig auch der Guten Gesamtwirtschaftslage zu verdanken.

Nicht zu verdanken ist Er aber den bescheidenen Ansprüchen oder zurückhaltenden Planungen aller gesellschaftlichen oder gar politischen Nottulner Akteure.

Welche Unwägbarkeiten aber auch vorhersehbare Belastungen uns 2019 und danach noch erwarten, ist ja schon hinreichend benannt worden.

Das im letzten Jahr allgemein als Gutes Werkzeug erkannte Verfahren der Priorisierung wurde leider nicht von Allen Parteien gleichermaßen intensiv angenommen* so dass aus Unserer Sicht immer noch zu sehr gilt: „wer am lautesten Ruft, der bekommt am Meisten“.

*(Ich will uns als Ökologische Liste da nicht ausnehmen, allerdings aus Gründen der Kapazität und nicht etwa wegen Unwilligkeit)

Was machen wir also nun mit dem ausgeglichenen Haushalt?
Uns auf die Schulter Klopfen und zufrieden Weitermachen wie bisher?

Im Lied „Deutsche Zufriedenheit“ des Vormärz von 1848 heißt es: (spöttisch)

Mitbürger, ach! seid doch zufrieden
und schickt euch in die böse Welt
Das Los, das euch von Gott beschieden
trag jeder als ein Christ, ein Held. 

"Wer nur den lieben Gott lässt walten
Der lässt auch alles hübsch beim alten
Es gibt auf Erden weit und breit
Nichts Schöneres als Zufriedenheit!"

So tat man's aller Orten treiben
So ist's, so sei's, so muss es bleiben:
Drum, liebes Volk, sei doch gescheit
Bewahre die - Zufriedenheit!

Für Antitheisten wie mich mag da zu viel von Gott die Rede sein, aber wer will kann Gott ja z.B. gegen „die unsichtbare Hand des freien Marktes“ oder „Angela Merkel“ austauschen. – Dann passt es wieder…

Doch (nicht nur) aus unserer (ÖLiN) Sicht ist heute und in Zukunft kein Platz (mehr) für Zufriedenheit.

Zu vieles liegt im Argen, zu vieles muss und kann gerade auf lokaler Ebene verändert werden.

Was ist im letzten Jahr geschehen? (um nur wenige Beispiele zu nennen)

  • Schätzungsweise 111.000 Tonnen Reifenabrieb wurden auf Deutschen Straßen verteilt. Auf die 18268 Nottulner Pkw entfallen damit 30Tonnen Reifenabrieb, die sich 2018 im Gemeindegebiet verteilt haben.
  • Wieviel Tonnen CO2 für die Herstellung der 1.700 m³ Beton der Sporthalle dauerhaft in die Atmosphäre entlassen wurden, mag ich gar nicht erst ausrechnen.
  • Zwei Kunstrasenplätze wurden Auf den Weg gebracht, die für noch weniger Natur und für noch mehr Plastikmüll sorgen und ökologisch eine veritable Katzastrophe sind.

Was ist im letzten Jahr nicht geschehen?

  • Wichtige Impulse zur Verbesserung des Radwegenetzes gehen vom Kreis aus und nicht von der Gemeinde. Damit wird kein Beitrag zur Reduzierung der durch den Autoverkehr verursachten Umweltbelastung geleistet.
  • Impulse zur Verringerung des Örtlichen KfZ-Verkehrs fehlen. Wie immer in den letzten Jahren ist der Haushaltsansatz für den KFZ-Verkehr 3x so hoch wie für den ÖPNV
  • Windenergie wird nicht mit der notwendigen Vehemenz Vorangetrieben. Verfahren Stocken, Energieautarkie lässt auf sich warten. (-> Landespolitik)
  • Die Verbesserung der Artenvielfalt durch Blühstreifen und Rückholung von beackerten Flächen der Gemeinde lässt weiter auf sich warten, da das Versiegeln neuer Flächen offensichtlich wichtiger ist.

Ich bin 2009 auch in die Lokalpolitik gegangen, weil ich damals dachte: Wenn mich meine Tochter später mal fragt, „Vater, was hast DU getan um die Welt zu retten?“ will ich sagen können: „Alles, was mir möglich war“

Heute, da meine nunmehr 14-jährige Tochter mit tausenden anderer Schüler in Münster und weltweit protestiert, weil „die Politiker“ nicht den Mut (die Eier) haben um längst überfällige Entscheidungen zu treffen, und Sie mich tatsächlich danach fragt, fällt es mir immer schwerer diese Antwort tatsächlich guten Gewissens zu geben und ich muss für mich gestehen, dass ich am Ende eben nicht alles was mir möglich gewesen wäre, getan habe.

Noch fordern die Schüler uns auf, etwas zu tun! Wenn wir jetzt nichts tun, können wir hoffentlich mit Konsequenzen rechnen. Im günstigsten Fall werden die Schüler selbst politisch aktiv, im ungünstigsten werden Sie sich noch weiter auch von der Kommunalpolitik abwenden.

Die Proteste der Schülerinnen und Schüler sollten uns daran Erinnern, das WIR hier im Rat und den Ausschüssen es sind, die es in der Hand haben unsere Mitwelt mindestens auf lokaler Ebene für unsere Kinder zukunftsfähig zu erhalten.

Aus Unserer Sicht ist ein ausgeglichener Haushalt dafür aber nur eine notwendige, keinesfalls jedoch eine hinreichende Bedingung. Um aus Unserer ökologischen Sicht Zustimmungsfähig zu sein, muss ein Haushalt mehr leisten.

Das was hier Heute zur Abstimmung vorliegt ist einfach zu Wenig.

Die Ökologische Liste Nottuln kann daher dem Haushaltsentwurf 2019 nicht zustimmen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Stephan Hofacker

Es gilt das gesprochene Wort

Kein Kunstrasen für Nottuln

 

Warum ein Kunstrasenplatz eine ökologische Katastrophe ist und damit perfekt in unsere Zeit (Gemeinde) passt:

Seit ca. 120 Jahren wird nun in Deutschland vereinsmäßig Fußball gespielt.

Das wurde die meiste Zeit auf Asche oder Rasen getan.

Seit gut 20 Jahren ist man nun zunehmend der Meinung, ein Sport der draußen an der frischen Luft in der Natur stattfindet sollte auf einem Berg aus Plastik ausgeübt werden.

Immer öfter werden die vermeintlich so pflegeleichten und günstigen Kunstrasenplätze angelegt.

Würde genauer hingeschaut, könnte leicht erkannt werden, dass diese Vorteile gar keine sind, ja genau genommen sogar erhebliche Nachteile darstellen. Denn was macht einen Kunstrasenplatz günstig?

Dass was auch viele andere Produkte unserer Wegwerfgesellschaft so billig macht: Die Schäden die in Umwelt, Natur und Gesellschaft angerichtet werden, sind nicht im Preis enthalten:

  • Die Umwelt wird geschädigt:
    Durch Gummigranulat, dass zum beschweren der Kunstrasenbahnen eingebracht wird. (häufig aus Altreifen) Das verteilt sich nach und nach in der Natur und am Ende landet es als Microplastik in Flüssen und im Meer.
    Durch Sondermüll, der nach einer Haltbarkeit von 12 bis 15 Jahren durch fachgerechte Entsorgung aller verwendeten Materialien anfällt.
  • Die Natur wird zurückgedrängt:
    In dem ca. 65.000 m² Grünfläche für Kleinstlebewesen und Bodenfauna verloren gehen.
    Ebenso fehlt die sauerstoffproduzierende, klimaregulierende und luftreinigende Wirkung der gesamten Fläche. Dazu ist ein Kunstrasen i.d.R. brennbar und damit für Vandalismus anfällig.
  • Ein Naturrasenplatz ist demgegenüber nahezu unbegrenzt haltbar, da er im Rahmen der Rasenpflege immer wieder durch Nachsaat verjüngt wird. Dazu ist natürlich ein Mensch nötig, der die entsprechende Pflege der Naturrasenfläche besorgt. Menschliche Arbeit darf immer nichts kosten. Und wenn man diese Arbeit auf Kosten der Umwelt und der Allgemeinheit einsparen kann, wird dass immer lieber getan, als einer sinnvollen Tätigkeit eine angemessene Entlohnung zuzugestehen.

Alles in allem genügend Gründe sich generell gegen weitere Kunstrasenplätze in Nottuln auszusprechen.

Deshalb haben wir in der Ratssitzung am 30.05.2018 gegen die Bewilligung eines Zuschusses für einen Kunstrasenplatz gestimmt.

 

Wer sich genauer über die Nachteile eines Kunstrasens informieren möchte:

http://www.fussballrasen.com/natur-vs-kunstrasen

http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/kunstrasen-wie-gefaehrlich-ist-das-kicken-auf-plastik-13632332-p2.html

http://www.reviersport.de/289819—englands-fussballclubs-stimmen-gegen-kunstrasen.html

https://www.taz.de/!5376394/     http://www.taz.de/!5203392/

https://dradiowissen.de/beitrag/plastikmuell-vom-kunstrasenfeld-ins-meer

https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstrasen#Umwelteinfluss

https://www.bundestag.de/blob/507402/ee19124c0b690000107168c2fc35abbe/wd-8-009-17-pdf-data.pdf

Neue Fraktion gegründet

Pressemitteilung zur Bildung der Fraktion ÖLiN : Ökologische Liste Nottuln

Nachdem Stephan Hofacker und Ludger Jaxy im Februar ihren Austritt aus der Partei und der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen erklärten, haben Sie nun eine neue Fraktion im Gemeinderat gebildet: Der Name „Ökologische Liste Nottuln“ (ÖliN) soll signalisieren, dass die Durchsetzung ökologischer Ziele im Vordergrund der Arbeit der neuen Fraktion stehen soll.

Darüber hinaus sollen der Radverkehr, die Weiterentwicklung der baulichen Entwicklung der Gemeinde weg vom Eigenheim hin zu neuen Wohnformen und die transparente Kommunalpolitik im Zentrum der zukünftigen Arbeit stehen.

Wir verstehen uns als offene, bürgernahe Fraktion und laden interessierte Bürger ein, über uns in Kontakt mit der Arbeit in der Kommunalpolitik zu kommen. Da wir eine kleine Fraktion ohne Geschäftsführer sind, treffen wir uns vor den Ausschusssitzungen unregelmässig zu Fraktionssitzungen. „Wer uns in unserer Arbeit unterstützen möchte, oder sich für unsere Ziele interessiert, kann jederzeit unter stephan.hofacker(ät)ölin.de mit uns Kontakt aufnehmen“ teilte Fraktionsvorsitzender Stephan Hofacker mit.

Wir wollen als alternative zu den etablierten Parteien ein weiteres Angebot zur Beteiligung an der Gestaltung der Gemeinde machen“ so Ludger Jaxy, der den stellvertretenden Fraktionsvorsitz übernimmt.

Ob es im Kommunalwahlkampf 2020 eine offene „Ökologische Liste Nottuln“ geben wird ist derzeit aber noch völlig offen, so Jaxy und Hofacker.